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Warum es wichtig ist

Unsere Umwelt hat sich schneller verändert als unsere Biologie

Während des grössten Teils der Menschheitsgeschichte fand Schlaf in Dunkelheit statt, geprägt vom natürlichen Wechsel von Licht und Dunkelheit – ohne Wireless-Geräte, künstliche Beleuchtung, Router, Ladegeräte, Bildschirme oder elektrische Leitungen rund um das Bett.

In den letzten 100 Jahren hat sich unsere Umgebung in Innenräumen stark verändert.

Heute verbringen wir den grössten Teil unserer Zeit in Gebäuden, oft unter künstlichem Licht und umgeben von elektrischen Systemen und vernetzten Geräten. Viele dieser Technologien sind nützlich und praktisch, schaffen aber gleichzeitig eine Umgebung, die sich deutlich von jener unterscheidet, an die sich unsere Biologie über lange Zeit entwickelt hat.

Ein bewussterer Umgang mit Technologie am Abend und in der Nacht kann dazu beitragen, eine Schlafumgebung zu schaffen, die Erholung besser unterstützt.

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Licht als biologische Information

Licht ist mehr als nur Helligkeit. Es ist ein wichtiger biologischer Reiz für unsere innere Uhr. Der moderne Lebensstil kann diese natürlichen Abläufe stören, wenn wir zu Zeiten künstlichem Licht ausgesetzt sind, zu denen unser Körper natürlicherweise Dunkelheit erwarten würde.

Natürliches Licht verändert sich im Verlauf des Tages. Morgenlicht, die Helligkeit am Mittag, das wärmere Licht am Abend und die Dunkelheit in der Nacht liefern Gehirn und Körper jeweils unterschiedliche Informationen.

Dieser Licht-Dunkel-Rhythmus hilft dabei, zahlreiche Prozesse zu regulieren, darunter Schlafrhythmus, Melatoninfreisetzung, Cortisolrhythmus, Stimmung, Wachheit, Körpertemperatur, Stoffwechsel und hormonelle Signalwege.

Das moderne Leben in Innenräumen verändert diese natürlichen Lichtsignale. Wir verbringen oft einen grossen Teil des Tages unter künstlichem Licht und setzen uns am späten Abend hellen Bildschirmen und LED-Licht mit hohem Blauanteil aus – beinahe das Gegenteil des natürlichen Tagesverlaufs.

Eine gesündere Lichtumgebung beginnt mit einem klareren Tagesrhytmus:

Helles natürliches Licht am Tag
Wärmeres, gedämpftes Licht am Abend
Vollständige Dunkelheit
während des Schlafs

Wir sind elektrische Wesen

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Der menschliche Körper nutzt ständig elektrische Signale.

Die Aktivität des Gehirns wird mit einem EEG (Elektroenzephalogramm) gemessen, die Aktivität des Herzens mit einem EKG (Elektrokardiogramm). Auch Nerven, Muskeln und Zellen sind auf elektrische Signalübertragung angewiesen.

Das bedeutet nicht, dass jedes äussere elektrische oder elektromagnetische Feld schädlich ist. Es zeigt jedoch, dass die elektrische Umgebung um uns herum für den Körper nicht grundsätzlich bedeutungslos ist.

Ein vorsorglicher Ansatz stellt deshalb eine einfache Frage:

Wenn bestimmte Belastungen während des Schlafs unnötig und leicht zu reduzieren sind, warum sollten wir sie nicht reduzieren?

Messen statt vermuten

Die offensichtlichste Quelle ist nicht immer die wichtigste.

Eine Auffälligkeit im Schlafzimmer kann zum Beispiel verursacht werden durch:

  • ein Ladegerät neben dem Bett

  • ein Lampenkabel

  • elektrische Leitungen in der Wand

  • einen Router hinter der Schlafzimmerwand

  • einen Mesh-WLAN-Repeater

  • eine Smartwatch

  • ein Babyphone

  • einen nahegelegenen Sicherungskasten

  • eine Bodenheizung

  • eine benachbarte Wohnung

 

Messungen helfen dabei, relevante Quellen von solchen zu unterscheiden, die am Bett kaum einen Einfluss haben.

Das Ziel: sinnvoll reduzieren, nicht perfektionieren

Der Ablauf ist einfach:

  1. Die Schlafumgebung messen

  2. Die wichtigsten Quellen identifizieren

  3. Einfache Veränderungen testen

  4. Massnahmen priorisieren

  5. Sinnvolle Technologie dort behalten, wo sie gebraucht wird

  6. Vermeidbare Belastungen während des Schlafs reduzieren

Bei Kindern ist besondere Vorsicht sinnvoll

Kinder befinden sich noch in der Entwicklung. Gehirn, Nervensystem und Körper durchlaufen wichtige biologische Prozesse, darunter Wachstum, Schlafregulation und Myelinisierung – die Bildung der schützenden Isolierung um Nervenfasern, die eine effiziente Signalübertragung unterstützt.

Kinder sind zudem kleiner und ihr Körper enthält einen höheren Wasseranteil als der von Erwachsenen. Da wasserreiches Gewebe mit Radiofrequenzenergie anders interagiert, können Kinder elektromagnetische Felder anders aufnehmen als Erwachsene.

Das ist einer der Gründe, weshalb ich bei Kinderzimmern besonders vorsichtig vorgehe. Ein sinnvoller erster Schritt ist zu prüfen, ob WLAN, Bluetooth, Mobiltelefone, Tablets, Smartwatches, Babyphones, Ladegeräte oder andere vernetzte Geräte wirklich während der ganzen Nacht in unmittelbarer Nähe des Bettes aktiv bleiben müssen.

Quellen, die während des Schlafs keinen Zweck erfüllen, lassen sich oft ohne grosse Einschränkungen umplatzieren, ausschalten oder anders konfigurieren.

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Ein vorsorglicher Ansatz

Forscher wie Robert O. Becker machten bereits ab den 1970er-Jahren auf die Rolle elektrischer Signale bei biologischen Prozessen wie Heilung und Regeneration aufmerksam.

Die Forschung zu künstlichem Licht, elektrischen Umgebungen und elektromagnetischer Exposition wird bis heute fortgeführt, wobei viele Fragen weiterhin wissenschaftlich diskutiert werden.

Ein praktischer vorsorglicher Ansatz kann sich dennoch auf einige gut etablierte Überlegungen stützen:

  • Schlaf ist wichtig für Gesundheit und Erholung

  • die Schlafumgebung beeinflusst den Schlaf

  • Kinder befinden sich noch in der Entwicklung

  • nächtliche Exposition sollte bewusst gewählt werden

  • viele unnötige Quellen lassen sich einfach reduzieren

Das Schlafzimmer ist der beste Ausgangspunkt

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Das Schlafzimmer ist besonders wichtig, weil Schlaf die Zeit ist, in der der Körper regeneriert, reguliert und sich erholt.

Gleichzeitig verbringen wir dort viele Stunden in derselben Position, oft in unmittelbarer Nähe von Wänden, Steckdosen, Lampen, Ladegeräten, Mobiltelefonen, Wearables und Wireless-Geräten.

Wenn Du weisst, was rund um Dein Bett tatsächlich vorhanden ist, kannst Du leichter entscheiden, welche Veränderungen sinnvoll sind.

Quellen

[1] Blume, C., Garbazza, C., & Spitschan, M. “Effects of light on human circadian rhythms, sleep and mood.” Somnologie, 2019. 

A peer-reviewed review discussing how light influences circadian rhythms, sleep and mood. 

 

[2] Keshvari, J., Keshvari, R., & Lang, S. “The effect of increase in dielectric values on specific absorption rate.” Physics in Medicine and Biology, 2006. 

A dosimetry study showing that higher water content can affect dielectric values and RF energy absorption. 

 

[3] Malik, S. J. et al. “Evaluation of specific absorption rate and heating in children exposed to electromagnetic fields above 6 GHz.” Frontiers in Public Health, 2022. 

A study discussing SAR and heating in children and the importance of appropriate tissue properties in exposure modelling. 

 

[4] Becker, R. O. “Electrical stimulation of partial limb regeneration in mammals.” Bulletin of the New York Academy of Medicine, 1972. 

A historical peer-reviewed paper from Robert O. Becker on electrical stimulation and regeneration research. 

 

[5] Leppik, L. P. et al. “Effects of electrical stimulation on rat limb regeneration, a new look at an old model.” Scientific Reports, 2015. 

A modern experimental paper exploring low-voltage DC electrical stimulation and tissue regeneration in an animal model. 

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